Dom Santa Maria di Castello

Einst von den Pisanern im 13. Jahrhundert in deren eigenwilligen Baustil errichtet, wurde der Dom in Cagliari zum Opfer der Architektischen Ansehungsweisen der jeweiligen Eroberer Sardiniens. So erhielt er im 14. Jahrhundert nach Übernahme durch die Kathalaner ein neues Gesicht im Katalanisch-gotischen Stil. Die Spanier hinterließen ihre architektischen Einflüsse in die Gestaltung der barocken Außenfassade. An diese Epoche zeitgenössischer Kunst erinnern heute noch die im angeschlossenen Museum bestaunt werden können.

Cagliari Kathedrale

Cagliari Kathedrale (Fotografiert von Hans Peter Schaefer, Lizenz)

Nach alten, noch vorhandenen pisanischen Plänen wurde di Castello di Santa Maria im Jahr 1933 umgebaut und erhielt ihr ursprüngliches Gesicht zurück. Um an die Epochen vergangener Zeit zu erinnern wurden die Portale der Seitenschiffe und der Glockenturm erhalten . Der über dem Türsturz des Hauptportals eingemauerte römischer Sarkophag erinnert an die Herrschaft und Übernahme der Römer.

Das Innere des Doms überwältgt den Betrachter

Im Inneren des Doms überwältigt den Betrachter ein üppiges Barock Ensemble, dass sich sowohl in der Bodengestaltung als auch in dem aufwendigen Altarbild wiederfindet. Die Deckengemälde sind von Meisterhand geschaffen, und die sakralen Skulpturen regen den Betrachter an, sich in die Gedankenwelt des Künstlers zu versetzen. Herzstück ist die Kanzel, die einst von den Pisanern als Geschenk zugedacht war. Ursprünglich stand sie in Pisa und wurde im 14. Jahrhundert umgesetzt.

Durchaus lohnend ist auch der Besuch der Heiligen Krypta im Herzen des Doms. Das Gewölbe ist mit 600 einzelnen Rosetten verziert, die sich alle im Detail unterscheiden und somit die einstige Kunstfertigkeit der Sarden unter einen bewundernswerten Licht erscheinen lassen. Die heilige Krypta beherbergt in den zahlreichen Grabkammern die menschlichen Überresten von fast 300 sardischen Märtyrern. Auch wenn wir Religionen allgemein als überholt erachten, so ist ein Besuch dieser architektonischen Meisterleistung jedenfalls durchaus lohnend.